Über die neue Gesundheitsbewegung
Wir glauben, dass wir eine Neue Gesundheitsbewegung brauchen, die das derzeitige Gesundheitssystem in Frage stellt. Mit diesem Projekt wollen wir uns gegenseitig ermutigen, Forderungen zu stellen, auf andere Gruppen und ihre Kämpfe zuzugehen, uns über ihre Bedürfnisse und Perspektiven zu informieren und Allianzen zu bilden, um allen unseren sich überschneidenden Forderungen Gehör zu verschaffen.
Hintergrund
Dieses Projekt ist von der historischen Gesundheitsbewegung inspiriert, die in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren in Westdeutschland eine wichtige Rolle spielte. Die Gesundheitsbewegung kanalisierte die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem und schlug neue Modelle vor, wie die Gesundheitsversorgung anders gestaltet werden könnte.
Die Gesundheitsbewegung kritisierte erfolgreich den Klassismus und die Hierarchie im medizinischen Sektor sowie den Sexismus und das Patriarchat, die den medizinischen Komplex strukturieren. Doch nun ist es an uns, die Ansätze der historischen Gesundheitsbewegung um die fehlenden Perspektiven zu ergänzen und die Stimmen und Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die eine faire, gerechte und zugängliche Gesundheitsversorgung am meisten verdienen und derzeit am meisten benachteiligt sind.
Wenn wir an das Gesundheitssystem denken, stellen wir uns oft ein abstraktes Gebilde vor, das uns zu groß und zu komplex erscheint, als dass wir es selbst in Frage stellen könnten. Da es schwierig ist, die Komplexität des Gesundheitssystems vollständig zu verstehen, fällt es uns schwer, auszudrücken, was sich unserer Meinung nach ändern muss. Doch die Auswirkungen eines ungerechten, schädlichen, strukturell rassistischen, klassistischen, ableistischen, stressigen, unterbesetzten und/oder unterfinanzierten Gesundheitssystems sind für uns alle spürbar. Wir bestehen darauf, dass die Perspektive der Nutzer*innen des Gesundheitssystems wesentlich ist und ausschlaggebend dafür sein sollte, wie das Gesundheitssystem verändert werden muss.
Unsere Forderungen dienen als Dokumentation und als Ausgangspunkt für unseren Austausch. Sie sind von individuellen Erfahrungen geprägt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt noch viele weitere Forderungen zu stellen.
Credits
Die Neue Gesundheitsbewegung. Ein Projekt der Feministischen Gesundheitsrecherchegruppe (Julia Bonn/Inga Zimprich) zusammen mit Alina Buchberger, Huong Nam Nguyen Thi, Pasquale Virginie Rotter und Kim Wichera.
Die Projektgruppe Die Neue Gesundheitsbewegung spricht mit selbstorganisierten politischen Initiativen und Einzelpersonen über ihre Bedürfnisse für ein zugängliches und gerechtes Gesundheitssystem. Im Rahmen dieses Projekts sammeln Initiativen und Einzelpersonen wie Bundesfachnetz Gesundheit und Rassismus, Casa Kuà, Dolls, Mine Wenzel, <Platz da!>, Romani Phen und Women in Exile ihre Forderungen in Workshops oder treffen sich in internen Fokusgruppen.
Die Interviewreihe, das Zine und das Poster “We demand” wurden von Mindscapes, dem internationalen Programm von Wellcome zur psychischen Gesundheit, unterstützt. Das Projekt Die Neue Gesundheitsbewegung wurde vom Fonds Darstellende Künste gefördert. Von Aktion Mensch erhielten wir eine Mikroförderung Barrierefreiheit.
Editierung: Projektgruppe Die Neue Gesundheitsbewegung (Julia Bonn, Alina Buchberger, Huong Nam Nguyen Thi, Pasquale Virginie Rotter, Kim Wichera, Inga Zimprich)
Teilnehmende Initiativen und Einzelpersonen: Bundesfachnetz Gesundheit und Rassismus, Casa Kuà, Dolls, Mine Wenzel, <Platz da!>, Romani Phen, Women in Exile
Illustrationen und Posterdesign: Tina Kaden
DGS Videos: www.fischsigns.de (Katja Fischer)
Zinedesign: Inga Zimprich
Webdesign: Space Practice (Silva Baum/Jens Schnitzler)
Lektorat: Stassja Mrozinski
Buchhaltung: Sönke Hallmann
Zugänglichkeit
Wir arbeiten daran, diese Website barrierefrei zu gestalten. Wir beabsichtigen, demnächst Texte in Deutscher Leichter Sprache einzustellen.
Wir haben uns bemüht, eine kontrastreiche, leicht lesbare Website zu erstellen, die mit Screenreader kompatibel ist.
Bitte kontaktiert uns, wenn Ihr Inhalte in anderen Formaten benötigt: feministische.recherchegruppe@gmail.com