Im Gespräch mit Svetlana Kostić und Isidora Randjelović in den Räumen des RomaniPhen Archivs unterhielten wir uns darüber, inwiefern es Sinn macht, Forderungen an das Gesundheitssystem aufzustellen, wenn wir sie nicht durchsetzen können. Isidora stellte fest, dass es wichtig ist, nur solche Forderungen aufzustellen, die wir weiterverfolgen. Natürlich lassen sich in einer beliebigen Situation im Gesundheitswesen viele diskriminierende Erfahrungen nachzeichnen, die Rom:nja und Sinti:zze im deutschen Gesundheitswesen erleben, so beide. Doch die Diskriminierung von Rom:nja und Sinti:zze sei keinesfalls auf das Gesundheitswesen begrenzt. Sinnvoller wäre es, sich der Frage nach den Forderungen an das Gesundheitssystem über den Begriff der reproduktiven Gerechtigkeit zu nähern. Unter reproduktiver Gerechtigkeit verstehen wir nicht nur das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, wie z.B. das Recht auf Abtreibung. Sondern auch das Recht, Kinder zu bekommen und die eigenen Kinder unter guten …