Interviews & Texte

Unsere Forderungen wurden kollektiv erarbeitet und basieren auf Interviews mit verschiedenen Initiativen:

Wir müssen den Zwangsapparat der Krankenkassen ganz abschaffen.

Interview mit Mine Pleasure Bouvar
Als Trans* Aktivistin, Bildungsreferentin und DJ unterläuft Mine das Cistem. Mine hat Szenische Kunst studiert, ist Teil von female:pressure, dem Bundesverband Trans* und hält Vorträge und Workshops zu Antidiskriminierung und Machtkritik. Das Gespräch wurde mit Julia und Kim vom New Health Movement geführt.

Es geht darum, für Gesundheitsversorgung für alle zu kämpfen.

Interview mit Women in Exile
Women in Exile (WiE) ist eine der Initiativen, die längst Forderungen an das Gesundheitssystem erarbeitet und veröffentlicht haben und von den diskriminierenden Erfahrungen berichten, die geflüchtete Frauen in Deutschland machen. WiE haben vor einer Weile das Gesundheitsmagazin: Gesundheitsversorgung für alle, ohne Diskriminierung! veröffentlicht. Zum zwanzigjährigen Jubiläum von Women in Exile erschien vor Kurzem das Buch Breaking Borders to Build Bridges – 20 Years of Women in Exile. An einem Wintermorgen trafen Nam und Inga vom Projekt die Neue Gesundheitsbewegung Mado und Jana in den Räumen von Women in Exile in Neukölln.  

Wenn ich mir meine eigenen Erfahrungen im Gesundheitssystem anschaue, sehe ich überall Barrieren.

Interview mit Platz da!
<Platz da!> Beratung für Inklusion und barrierefreie Kulturvermittlung besteht aus einem Team aus Menschen mit und ohne Behinderung und chronischer Erkrankung und berät Kultureinrichtungen zum Barrierenabbau in den Bereichen Sehen, Hören, Bewegen und Lernen. <Platz da!> hat seit dessen Gründung 2017 viele thematische und multiperspektivische Workshops entwickelt. Im Bezug auf das Gesundheitssystem erinnert uns <Platz da!> daran, wie wichtig es ist, auch unsere Fragestellungen zugänglich zu gestalten. Wer wird zum Wünschen und Fordern aufgefordert? Wie erklären wir einander das Gesundheitssystem? Wie können die Erfahrungen von Patient:innen gewertschätzt werden? Das hybride Gespräch mit Stefanie Wiens und Katrin Dinges von <Platz da!> führten Julia und Inga von die Neue Gesundheitsbewegung.

Wir fordern eine obligatorische Sensibilisierung, was rassismuskritische Strukturen angeht.

Interview mit Bundesfachnetz
Das Bundesfachnetz Gesundheit und Rassismus haben wir 2022 auf der Konferenz zu Gendermedizin auf Kampnagel kennengelernt und uns sehr darauf gefreut, mehr über dessen Arbeit zu erfahren. Immer wieder fällt uns auf, dass Personen und Initiativen, die an den Fehlstellen des deutschen Gesundheitssystems arbeiten, mit einem unglaublich hohen Bedarf konfrontiert sind. Wenn Personen ehrenamtlich oder mit geringer Förderung arbeiten, um diese Mängel aufzufangen, wird deutlich, wie dringend die angemessene und strukturelle Finanzierung von Forschung und Beratungsstrukturen benötigt wird. Kim und Inga von die Neue Gesundheitsbewegung trafen Yasmina Metwally und Sina Rahel Holzmair vom Bundesfachnetz Gesundheit und Rassismus online. Die Interviewfragen und Forderungen hatte das Bundesfachnetz intern mit Kadijata Bah, Mariela Georg, Diminga Lorenz, Sumona Dhakal, Sina Rahel Holzmair und Yasmina Metwally besprochen.

Sich mit den eigenen Privilegien, mit Rassismus, mit Vorurteilen und allem, was dazugehört, auseinanderzusetzen.

Interview mit Casa Kuà
Anstatt auf Veränderungen im Gesundheitswesen zu warten, hat Casa Kuà 2020 begonnen, einen Ort zu schaffen, den trans, inter und queere Personen of Colour, Schwarze und Indigene in Berlin benötigen. Casa Kuà macht deutlich, wie grundsätzlich anders Räume für Gesundheit und Gemeinschaft selbst organisiert werden können, die sich nicht von den Vorgaben des Gesundheitssystems beschränken lassen. Das Gespräch mit Tzoa von Casa Kuà führten Nam, Kim und Julia von der Neuen Gesundheitsbewegung. 

Diskriminierungen und Rassismus müssen endlich aufhören

Statement von RomaniPhen e.V.
Im Gespräch mit Svetlana Kostić und Isidora Randjelović in den Räumen des RomaniPhen Archivs unterhielten wir uns darüber, inwiefern es Sinn macht, Forderungen an das Gesundheitssystem aufzustellen, wenn wir sie nicht durchsetzen können. Isidora stellte fest, dass es wichtig ist, nur solche Forderungen aufzustellen, die wir weiterverfolgen. Natürlich lassen sich in einer beliebigen Situation im Gesundheitswesen viele diskriminierende Erfahrungen nachzeichnen, die Rom:nja und Sinti:zze im deutschen Gesundheitswesen erleben, so beide. Doch die Diskriminierung von Rom:nja und Sinti:zze sei keinesfalls auf das Gesundheitswesen begrenzt. Sinnvoller wäre es, sich der Frage nach den Forderungen an das Gesundheitssystem über den Begriff der reproduktiven Gerechtigkeit zu nähern. Unter reproduktiver Gerechtigkeit verstehen wir nicht nur das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, wie z.B. das Recht auf Abtreibung. Sondern auch das Recht, Kinder zu bekommen und die eigenen Kinder unter guten …

Im Projekt Neue Gesundheitsbewegung haben wir sechs Initiativen eingeladen, ihre eigenen Forderungen und die Forderungen ihrer Gemeinschaften mit uns zu teilen oder zu erarbeiten. In Interviews haben wir nach Wissen, Forderungen und Beobachtungen sowie nach der Positionierung der Gruppen im Gesundheitsbereich gefragt. Um eine Neue Gesundheitsbewegung zu bilden, müssen wir die Forderungen und die Positionierung der anderen besser kennen lernen. Wir müssen in die Tiefe gehen und Ideen austauschen, um die Forderungen der anderen vertreten und miteinander verknüpfen zu können.